Der Egge Hof
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Saison·24. September 2025· 4 Min

Übergang in den Herbst: Fütterung & Eindecken

Wenn das Weidegras nachlässt und die Nächte kühler werden: worauf es bei Raufutter, Eindecken und dem genauen Blick aufs Pferd jetzt ankommt.

Ein Pferd steht an einem nebligen Herbstmorgen auf einem Paddock am Waldrand, daneben ein gefülltes Heunetz und goldenes Laub am Boden.

Es gibt diesen einen Morgen, an dem sich alles verändert. Der Nebel hängt tief über den Wiesen am Waldrand, das Gras ist klamm statt taufeucht, und beim ersten Blick über die Paddocks steht der Atem der Pferde als kleine Wolke in der Luft. Dann weiß man: Der Herbst ist da. Im Teutoburger Wald kündigt er sich früh an, und für uns als Pferdeleute beginnt jetzt die Zeit, in der wir wieder genauer hinschauen müssen.

Der Übergang vom Sommer in den Herbst ist keine Sache eines einzigen Tages, sondern ein leiser Prozess. Das Beste, was du für dein Pferd tun kannst, ist, ihn bewusst zu begleiten statt ihn zu verschlafen.

Wenn das Weidegras nachlässt

Über den Sommer war die Weide der Hauptlieferant für Energie und Ballaststoffe. Mit den kürzeren Tagen und kühleren Nächten verändert sich das Gras spürbar: Es wächst langsamer, wird faseriger und liefert weniger. Gleichzeitig kann es an sonnigen Herbsttagen nach kalten Nächten zu Schwankungen im Zuckergehalt kommen. Für stoffwechselempfindliche Pferde ist das ein Punkt, den man im Blick behalten sollte.

Was dein Pferd jetzt braucht, ist ein gleitender Übergang, keine abrupte Umstellung. Der Pferdedarm ist ein Gewohnheitstier und mag keine plötzlichen Wechsel. Deshalb bauen wir das Raufutter Schritt für Schritt wieder stärker ein, während die Weidezeit natürlich zurückgeht.

Raufutter rückt in den Mittelpunkt

Heu und Silage sind im Herbst und Winter das Fundament jeder guten Fütterung. Sie halten nicht nur den Verdauungstrakt in Bewegung, sondern erzeugen bei der Verdauung auch Wärme von innen. Ein Pferd, das ausreichend gutes Raufutter bekommt, kommt deutlich besser durch kühle Nächte als eines, dem ständig etwas fehlt.

Worauf es dabei ankommt:

  • Qualität vor allem: Raufutter sollte staubfrei, gut riechend und frei von Schimmel sein. Das ist die Grundlage für gesunde Atemwege und einen ruhigen Darm.
  • Langsam umstellen: Die Kraftfutter- und Raufuttermengen über ein bis zwei Wochen anpassen, nicht von heute auf morgen.
  • Individuell denken: Ein leichtfuttriges Pony braucht etwas ganz anderes als ein älteres Pferd im Aufbau oder ein sportlich gearbeitetes Warmblut.

Genau hier setzt bei uns die Komfortverpflegung an: Jedes Pferd wird nach einem eigenen Plan gefüttert, Heu, Silage und Kraftfutter abgestimmt auf seinen Bedarf. Der Herbst ist der ideale Moment, diesen Plan gemeinsam noch einmal durchzugehen und anzupassen.

Eindecken? Eine Frage, keine Regel

Kaum ein Thema wird unter Pferdeleuten so leidenschaftlich diskutiert wie das Eindecken. Und die ehrliche Antwort lautet: Es gibt kein pauschales Richtig oder Falsch. Ein gesundes Pferd mit dichtem Winterfell, das sich viel bewegt und Rückzugsmöglichkeiten hat, reguliert seine Temperatur erstaunlich gut selbst.

Ob eine Decke sinnvoll ist, hängt vom einzelnen Pferd ab:

  • Ist es geschoren oder trägt es volles Winterfell?
  • Wie alt ist es, und wie steht es um Gewicht und Gesundheit?
  • Wird es viel geritten und kommt dabei ins Schwitzen?
  • Wie viel Schutz vor Wind und Nässe hat es im Alltag?

Bei uns am Waldrand geht viel Bewegung über den Tag: Auf dem Aktiv-Lauftrail legen die Pferde oft acht bis zwölf Kilometer zurück, über wechselnde Böden, in ihrem eigenen Tempo. Diese ständige Bewegung ist der beste natürliche Wärmemotor, den es gibt, und sie nimmt vielen Pferden die Notwendigkeit einer Decke von vornherein. Wer unsicher ist, spricht das Thema am besten mit dem Tierarzt ab, gerade bei älteren oder gesundheitlich vorbelasteten Pferden.

Der Blick, den nichts ersetzt

Am Ende zählt keine Faustregel so viel wie dein aufmerksames Auge. Fühlt sich dein Pferd hinter den Ohren und an der Brust angenehm warm an, oder ist es klamm? Zittert es, oder ist das Fell aufgestellt? Frisst es sein Heu mit Appetit, und bleibt sein Gewicht stabil? Diese kleinen täglichen Beobachtungen sagen mehr als jede Tabelle.

Der Herbst im Teutoburger Wald ist eine der schönsten Zeiten für uns und die Pferde: goldenes Licht über den Reitwegen Richtung Silberbachtal, raschelndes Laub, klare Luft. Wenn die Fütterung stimmt und du dein Pferd gut liest, wird aus dem Jahreszeitenwechsel keine Sorge, sondern ein guter Übergang. Bei Fragen zum Futterplan bist du bei uns am Egge Hof immer richtig, Moni und das Team schauen gern gemeinsam mit dir hin.

#herbst#fütterung#eindecken#pferdehaltung#raufutter

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